„Wie kann man Armut definieren? Wer arm ist, hat zum Sterben zu viel und zum Leben nicht genug. Auf der Suche nach Liebe berühren wir die blutleeren Lippen, die uns jemand zum Gutenachtsagen hinhält – und manifestieren damit unsere Unterwerfung. Stell dir vor, dein Partner hätte so viel Liebe, dass er in der Hoffnung darauf, dass du ihm Liebe gibst, nicht mehr alles für dich tun würde. Je weniger man ihnen zurückgibt, desto mehr tun sie dafür, genau das zu bekommen, was man ihnen vorenthält.“
Klappentext
Wenn Philosophen das Zusammenleben von armen und reichen Menschen beschreiben, erfahren wir von einem System, das bei zwei unterschiedlichen Tierarten als brutale asymmetrische Symbiose eingestuft werden müsste. Die Gewinner unseres globalen Systems treiben die Ausbeutung der Menschen immer weiter voran und werden dabei noch von uns bewundert. Die Schere der Armut, gibt es die nur für Geld? Wenn man genau hinsieht, kann man dann nicht auch von Liebesarmut sprechen?
Über das Werk
„Symbiose“ ist ein Essay, in der sich die Erörterung um die Frage dreht, ob und wie wir als Menschen besser miteinander koexistieren können. Eine bekannte philosophische Position – jene von Jean-Jacques Rousseau – sieht den Menschen in seinem Naturzustand als sanft, mitfühlend und friedfertig an. Erst die Erfindung des Eigentums und die Gründung des Staats zum Schutz dieses Eigentums habe das Privileg und die Unterwerfung, also die Ungleichheit in der Verteilung von Gütern und Macht, unter uns gebracht. Eine völlig gegenläufige Sichtweise – jene von Thomas Hobbes – ist, dass es aufgrund der Habgier, dem Machtstreben und der Ruhmsucht des Menschen nur dann friedlich sein kann, wenn sich alle Menschen einer ordnenden Staatsgewalt unterwerfen. Die Gründung des Gewaltmonopols des Staats sei notwendig, wenn wir nicht in einem universellen Bürgerkrieg leben wollen, in dem jeder Mensch gegen jeden Menschen kämpfen muss. Nun ist der Staat unsere Lebensform geworden und die Ungleichheit unter den Menschen wird immer größer. Die Schere der Armut öffnet sich. Die Gewinner unseres globalen Systems, die sich zu viel herausnehmen, treiben die Ausbeutung der entmachteten Weltbevölkerung der Armen immer weiter voran und werden doch von uns bewundert. Können wir einen Weg finden, miteinander auszukommen, ohne auf Kosten der anderen zu leben? Wo ist die Liebe hin, die uns sagt, dass es nicht darauf ankommt, wie viel Eigentum wir besitzen und wie viele Menschen wir unterdrücken? Zielgruppe für das Werk ist eine Leserschaft mit einem Interesse für die Schattenseiten der sozialen Ordnung und für die philosophische Betrachtung der Ungleichheit in der Gesellschaft – und ohne Berührungsängste was die Abgründe der Menschheit betrifft.