Zerfahrenheit
„Zerfahrenheit“ ist eine Novelle, in der sich die Handlung um das einschneidende Ereignis dreht, dass die ahnungslose Hauptfigur Ben Walter beschuldigt wird, einen Mord begangen zu haben – am heimlichen Geliebten seiner Frau. Bei dieser Gelegenheit gerät die Hauptfigur in einen Prozess der Desillusionierung, den man fast nicht mehr als Mid-Life Crisis verharmlosen kann. Mit fachlicher Tiefe und satirischer Schärfe werden die Grundannahmen und die gängige Praxis der modernen psychiatrischen und psychosomatischen Medizin kritisch betrachtet, nicht ohne konstruktive Sichtweisen und alternative Ansätze anzubieten. Die Erzählung ist so durchzogen von Exkursen in die medizinische Behandlung psychischer Störungen und vor allem die Behandlung von Menschen mit psychischen Störungen durch die Gesellschaft und die Medizin. Zielgruppe für das Werk ist eine Leserschaft mit einem Interesse für die Schattenseiten der Psychiatrie, das Bewältigen von Lebenskrisen, einem Sinn für Gesellschaftskritik und Satire – und ohne Berührungsängste was die Abgründe der Menschheit betrifft. „Zerfahrenheit“ spielt in der Neuzeit im Jahre 2025, in der das rationale, neuro-chemische Weltbild die psychiatrische Medizin dominiert und Menschen großzügig auf Neuroleptika eingestellt werden, die keinen Zweifel mehr an bizarren Ideen haben, die nicht in die moderne, westliche, wissenschaftlich beschriebene Welt passen. Die Handlung findet zugleich in einer realistischen Welt – entsprechend dem heutigen deutschsprachigen Europa – statt, in der Habgier, Machtstreben und Lüsternheit die Menschen umtreiben. So sind neben dem Überlebenskampf der Hauptfigur in einer Gesellschaft, die kreuz und quer von unsichtbaren Fronten durchzogen ist (nicht zuletzt von der Front zwischen ihr und seiner Frau), auch der Kampf um Wahrheit und Gerechtigkeit in einer von verlogenen Spielchen und gefährlichen Spielen geprägten Welt wiederkehrende Leitmotive.


Offizieller Klappentext
Ben Walter ist zweiundvierzig Jahre alt, als ihm mitgeteilt wird, dass man ihn bei den Ermittlungen in einem Strafverfahren wegen Mordes als beschuldigte Person heranziehen möchte. Bald kommt er dahinter, in welchem Zusammenhang er mit dem Ermordeten steht: er und das fünfzehn Jahre jüngere Opfer waren „Lochschwager“, wie man in Bayern dazu sagen würde. Mit anderen Worten war das Opfer der heimliche Geliebte seiner Ehefrau. Die langjährige, systematische Untreue und Unehrlichkeit seiner Frau ziehen Ben den Boden unter den Füßen weg. Er versucht nun, seine Familie, sein Arbeitsleben und nicht zuletzt auch seinen Verstand beisammenzuhalten. Für Ben beginnt ein Prozess des Neuanfangens und der Desillusionierung seiner romantischen Vorstellungen über das Zusammenleben von Mann und Frau. Die Entzauberung seiner Weltsicht macht aber bei der Ehe nicht halt und er wird zunehmend in zynische Denkmuster hineingezogen, die kaum ein gutes Haar an vielen Menschen lassen. Auf sich allein gestellt versucht Ben, sich für seine Rettung auf seinen Verstand zu verlassen, auch wenn dieser unter dem Stress rund um den Mordfall gelitten hat. Als die Ermittler aus Mangel an Alternativen den Kreis um Ben enger ziehen, wird sein Kampfgeist auf die Probe gestellt. Die besten Chancen, das Strafverfahren zu seinen Gunsten abzuschließen, malt er sich aus, wenn er versucht, den Fall eigenhändig aufzuklären.